- Pater Alfred Delp S.J. -

 

Alfred Delp (Quelle: GDW-Berlin)

Der spätere Jesuitenpater und Märtyrer Alfred Delp wurde am 15. September 1907 in Mannheim geboren und dort römisch-katholisch getauft. Bereits zwei Tage nach seiner Geburt durfte er nach Hause zu seiner Familie, die zu jener Zeit in Lampertheim – Hüttenfeld lebte.

Im Jahre 1914 zog die Familie Delp nach Lampertheim. Sie fanden im katholischen Vereinsheim „Zum Schwanen“ ein neues Zuhause. Alfred Delp konnte dort die Schule besuchen und wurde in die dortige Pfarrgemeinde aufgenommen.

Nach seinem Abitur in Dieburg und Studien in Pullach, Valkenburg und Frankfurt wurde er
am 24. Juni 1937 in München zum Priester geweiht. Am 4. Juli 1937 feierte er in der
St. Andreaskirche in Lampertheim seine
erste heilige Messe.

Einer seiner ersten Arbeitsaufträge innerhalb des Jesuitenordens fand er als Redakteur in München, wo er für die Zeitschrift „Stimmen der Zeit“ schrieb. Nachdem die Zeitschrift durch die nationalsozialistischen Machthaber verboten wurde, wurde er Pfarr-Rektor an der St. Georgskirche in München-Bogenhausen.

Von hier aus wirkte er zusätzliche in der Männerseelsorge und im Kreisauer Kreis, einer Widerstandsgruppe, die nach den Zusammenkünften auf dem Hofgut des Grafen von Moltke in Kreisau (Schlesien) benannt wurde.

Am 28. Juli 1944 wurde Pater Alfred Delp von der Gestapo in München verhaftet und nach Berlin überstellt, wo er vom Volksgerichthof am 11. Januar 1945 zum Tode verurteilt wurde.

In der Abgeschiedenheit seiner Einzelzelle, schrieb er mit gefesselten Händen Briefe, die äußerst wertvolle Gedanken enthielten. Später wurden diese als Buch mit dem Namen „Im Angesicht des Todes“ veröffentlicht.

Am 2. Februar 1945 um 15 Uhr wurde er in Berlin-Plötzensee gehängt. Sein Leichnam wurde auf Befehl Heinrich Himmlers verbrannt. Der Reichsführer SS begründete dies damit, dass „nicht die geringste Erinnerung an ein Grab oder an einer sonstigen Stätte bleibe.“

Trotzdem wurden viele Straßen, Plätze und Schulen nach ihm benannt. Auch in Lampertheim gibt es die Pater-Alfred-Delp-Kapelle, den katholischen Kindergarten Alfred Delp, die Alfred-Delp-Schule, das Pater-Delp-Zentrum, den Alfred-Delp-Platz und die Alfred-Delp-Straße.

Seit seinem Tod werden jedes Jahr am 2. Februar und am 15. September Gedenkstunden gehalten. Dabei gedenkt seine Heimatgemeinde ihres größten Sohnes mit den Worten, die auf dem Gedenkstein in der Pater-Alfred-Delp-Kapelle eingemeißelt sind: „Der Sinn des Lebens war nicht volle Frucht zu bringen, sondern das Schicksal des Saatkorns zu erleiden, von dem Christus sagt: Wenn es nicht stirbt, bringt es keine Frucht.“

 

    © Katholische Kirchengemeinde St. Andreas Lampertheim
Stand: 09.11.2009